Weggefährten

Dürfen wir uns vorstellen

„Wir begegnen uns erst dann selbst, wenn wir uns in einem anderen Auge als dem menschlichen gespiegelt sehen.“

Loren Eiseley

Katja

Natürlich gibt es auch Zeiten in meinem Leben, die nichts mit Pferden zu tun haben. Das sind dann aber eher wenige.

Ich habe die üblichen Stationen besucht, wo fast jedes Pferdemädchen einmal hinkommt. Urlaubspferd, Reitstunden, Pflegepferd, eigenes Pferd. Es war Ruhe, Vertrauen, Zuversicht, Selbstbewusstsein, Verständnis und Achtsamkeit, was ich bei diesen Tieren fand. Sie begleiten mich noch immer privat und beruflich und sind aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken.

Nach meinem Studium habe ich einige Jahre im Ausland gelebt und gearbeitet, natürlich von Pferden umgeben. Je länger ich dieses Leben führte, desto mehr Pferde traten in mein Leben. Diese wurden in ihrer Vergangenheit nicht immer gut behandelt. Ich durfte den Tieren die Zeit und den Raum bieten, an Körper und Seele zu gesunden.

Eine sehr intensive Lebensphase, welche weitaus mehr war als über den Tellerrand zu schauen.

Wir – Reiterin und Pferd
Wir – Katja und Pferde

Ich lernte während meiner Arbeit unterschiedliche Menschen mit vielfältiger Herkunft aus aller Welt kennen und gewann dadurch wertvolle Einblicke und Erkenntnisse. Ich sammelte Führungserfahrung und erlebte spannende Gruppendynamik. Waren es zu Beginn die Pferde, denen ich half, so waren sie es, die meine Partner wurden, um den Menschen zur Seite zu stehen.

Lebenserfahrungen pur und ungeschminkt

Eine schwierige Zeit brachte mein Leben völlig aus der Spur und ich suchte lange nach Lösungen. Letztendlich wiesen mir die Pferde den Weg, ich sah durch sie wieder Licht und Lebensfreude. Der Wunsch, meine positiven Erfahrungen mit den Pferden an Menschen, die Veränderung suchen weiterzugeben, wurde immer stärker.

So kam ich zu meiner Ausbildung zur Reittherapeutin. Nun tauchte ich ein in eine andere Welt. Oder sollte ich vielmehr schreiben, der Nebel lichtete sich? Ich entdeckte die vielen Möglichkeiten, wie Pferde uns lesen und sich mitteilen können. Und ich sah Menschen in diesen tiergestützten Interventionen regelrecht aufblühen und wachsen. Um dies alles noch vielfältiger nutzen zu können, fehlte mir jedoch etwas. Das war das systemische, lösungsorientierte Handeln in Interaktion mit dem Pferd.

Die Lösung lautete ganz einfach – Coaching mit Pferden!

Daraufhin habe ich eine Ausbildung zum pferdegestützten Coach und zur Trauerbegleiterin mit Pferden absolviert. Seither ist die Sache rund für mich. Für meine Arbeit stehen mir viele Methoden zur Verfügung, die ich grundsätzlich individuell einsetze. Jede Frage, jeder Konflikt, jedes Ziel und jeder Mensch ist anders.

Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen, als mit diesem Konzept Klienten in ihrer Persönlichkeitsentwicklung begleiten zu dürfen und sie nach intensiven, emotionalen Ereignissen dabei zu unterstützen, wieder selbstbestimmt handlungsfähig zu werden.

So ist jede einzelne Begegnung immer wieder ein Beginn von etwas Neuem.

Wir – Buch

Die Criollos

Die „Co-Coaches“ sind Criollos. Es ist die faszinierende Pferderasse der Gauchos Südamerikas. Sie gelten als äußerst ausgeglichen und wesensstark, dem Menschen freundlich und offen zugewandt.

Meine Pferde wurden im Kreis der Herde geboren und konnten zusammen mit ihren Eltern im Herdenverband auf endlos großen Weiden aufwachsen. Dadurch blieb ihre Ursprünglichkeit als ehemalige Wildpferde erhalten. Sie verfügen über ein natürliches Verhaltensrepertoire, das freilebende Artgenossen auszeichnet.

Ja, so habe ich ihn schon als junges Pferd kennengelernt. Beobachtend, immer ein wenig im Hintergrund abwartend. Er behält gerne den Überblick, ohne sich hervortun zu wollen. Dieser Gentleman ist achtsam, charmant und geduldig. Man kann sich auf dieses nervenstarke Pferd verlassen.

Nobre ist grundsätzlich energievoll und eifrig bei der Sache und lernt sehr schnell. Ein sehr gewitztes Pferd. Da wird dann auch gerne einmal ausgetestet, wie weit der Spaß gehen könnte. Seine Aufgewecktheit bereitet zu jeder Zeit große Freude beim Arbeiten.

Dieses feinfühlige Pferd hat ein großes Herz. Er fühlt sich ausgesprochen wohl in der Herde, ist den jüngeren gegenüber sehr sorgsam und geht völlig auf in seiner Rolle als großer Bruder. Neuem begegnet er mit Vorsicht, aber auch mit großem Interesse. Hat er Vertrauen geschöpft, schenkt er einem seine ganze Aufmerksamkeit.